Belgische Pralinen

Belgien gilt als Hochburg der Pralinen. Diese Bekanntheit des kleinen Nachbarlands Deutschlands ist auf Jean Neuhaus zurückzuführen. Er stellte im Jahr 1912 einen schokoladehaltigen Überzug für flüssige Füllungen her. Bei diesen Füllungen handelte es sich hauptsächlich um Butter und Sahne. Die Erfindung der Praline fand in einem Keller der „Confiserie et Chocolaterie“ in der belgischen Galerie de la Reine Nummer 23 statt. Dieser Ort war damals die erste Einkaufspassage in Europa, die überdacht war. Im Jahr 1993 waren die Belgier auch die Ersten, die eine Schokolade mit einem erhöhten Kakaoanteil von 70 Prozent angeboten haben.

Wichtige Namen der belgischen Pralinenherstellung

Der Name Neuhaus ist heute noch für die köstlichen Pralinenkreationen bekannt. Weitere wichtige Namen in diesem Zusammenhang sind Godiva und Léonidas. Deren Süßigkeiten finden auf der ganzen Welt Verbreitung. Darüber hinaus sind aber noch mehr als 400 Chocolatiers in Belgien mit der Herstellung der aromatischen Pralinen beschäftigt.

Pralinen demonstrieren belgische Lebenskultur

Pralinen gehören einfach zu der Lebenskultur der Belgier. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 5,5 Kilogramm sind die Belgier wahre Naschkatzen. Die Verbindung zu den kakaohaltigen Süßigkeiten ist schon traditionell. Während in Deutschland bei einem Besuch Blumen mitgebracht werden, verschenken die Belgier Pralinen und Schokolade. Der Genuss der kleinen Köstlichkeiten steht im Vordergrund. So genießt man die belgischen Pralinen nach einem Mittagessen zu einer Tasse Kaffee. Die Kreationen der belgischen Chocolatiers werden aber nicht heruntergeschlungen, sondern die gefüllten Schokoladenteilchen zergehen langsam auf der Zunge, sodass alle Geschmacksnerven angesprochen werden. Besonders typisch für belgische Pralinen sind die sogenannten Meeresfrüchte. Dabei handelt es sich um meist zweifarbige Muscheln, Seesterne oder Seepferdchen aus weißer und Vollmilchschokolade, die einen Kern aus aromatischem Nougat umhüllen.

Saisonale Pralinen und Besonderheiten

Wie in vielen anderen Ländern auch gibt es bei den belgischen Pralinen Saisonspitzen, beispielsweise zu Ostern oder Weihnachten. Außerdem geht der Trend hin zu personalisierter Schokolade. Wer nach einer originellen Geschenkidee sucht, verpasst den Pralinen einfach einen individuellen Anstrich. Viele belgische Chocolatiers kommen diesem Wunsch nach. Selbst Kunden aus dem Ausland können über den heimischen Computer eingeben, wie die Verpackung und die darin enthaltenen Pralinen aussehen sollen.

Wo bekommt man die belgischen Pralinen?

Vor allem in der belgischen Hauptstadt Brüssel findet man eine große Anzahl an Pralinenläden. Wer nur auf der Durchreise ist, kann sich aber auch auf dem Flughafen Brüssels Schokolade kaufen. Heute gibt es mehr als hundert verschiedene Pralinensorten. Die Manons werden mit frischer Sahne hergestellt. Außerdem bietet die belgischen Chocolatiers Pralinen mit Likörfüllung, Marzipan oder Krokant und Trüffel an. Die patentierte Spezialverpackung mit der Bezeichnung „Ballotin“ garantiert die Frische der Pralinen.